Werkstatt für Historische Stickmuster
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Ute Scheer und
Dorothee Kandzi
Stickvorlage für ein Nürnberger Tuch

 

 

Preis Vorlage: 24,50 Euro

Kreuze: 242/704
Größe in 14-Leinen: 34,6 x 100,5 cm
Größe in 16-Leinen: 30,25 x 88 cm

Preis Packung: 99,00 Euro

 

Inhalt:
- Leinen weiß
- Seide
- Nadel
- Anleitung

 

Wahlweise auch erhältlich in:
Leinen weiß, 16-fädig

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Das Original-Stickmustertuch befindet sich im Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart.

Wir danken für die freundliche Unterstützung der Mitarbeiter des Museums und die Überlassung von Photos.

Sachsenrolle ISL 1729

 

Das Württembergische Landesmuseum Stuttgart besitzt eine reiche Sammlung von Textilien und Kostümen. Eine Auswahl davon, die den Zeitraum von 1750 bis 1970 umfasst, wird im Modemuseum von Schloss Ludwigsburg präsentiert (www.landesmuseum-stuttgart.de / www.barockerlebnis.de ).
Neben Geweben, die in koptischer Zeit einsetzen und bis in die Gegenwart reichen, bilden Stickereien die umfangreichste Gruppe der textilen Bestände des Württembergischen Landesmuseums. Gerade die Gattung der Stickmustertücher fand schon in den Gründungsjahren des Hauses bei Ankäufen besondere Berücksichtigung. Das Original des hier als Replik vorliegenden, 1910 vom Württembergischen Landesmuseum Stuttgart erworbenen Mustertuches (Inv. Nr. G 10,91) stammt wohl aus dem süddeutschen Raum und ist auf das Jahr 1729 datiert. Die Maße des Tuches sind typisch für Sachsen (auch die so genannten Sachsenrollen zählen zu den süddeutschen Mustertüchern).  

Das Tuch ist in waagerechte Streifen eingeteilt, ganz oben finden sich zwei Tapisseriemuster und ein üppiger Nelkenstrauß, ein gekrönter Doppeladler, Papagei, Löwe, Hahn, die Leidenswerkzeuge Christi und ein Paradiesbaum. Dann folgen die "Sibmachermuster", wie das Lamm Gottes, der Pfau und der liegende Hirsch. Den Abschluss bilden 16 immer schmaler werdende Schmuckbänder, die man zum Verzieren der Kleidung immer wieder abstickte. Außerdem enthält das Tuch bezeichnenderweise längs zu den Schmuckborten angeordnet, vier Alphabete sowie eine Reihe von Krönchen und einer Kartusche mit der Jahreszahl 1729 und den Initialen der Stickerin I S L. Diese besondere Anordnung der Alphabete und Krönchen macht deutlich, dass das Tuch als Fundus zum Absticken der Muster gedacht war und nicht etwa gerahmt als Wandschmuck dienen sollte. Unabhängig von ästhetischen Kriterien wurde jeder Platz auf dem Leinen genutzt, denn Leinen und Garn waren teuer und stellten einen beträchtlichen Wert dar. Heute finden wir gerade die Tatsache, dass das Tuch von zwei Seiten bestickt wurde besonders reizvoll!
(vgl. auch Ruth Grönwoldt; Stickereien von der Vorzeit bis zur Gegenwart aus dem Besitz des Württembergischen Landesmuseums Stuttgart und der Schlösser Ludwigsburg, Solitude und Monrepos, München 1993, S. 220 und 221)

 

 

 © Ute Scheer 2005