Werkstatt für Historische Stickmuster
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Ute Scheer und
Dorothee Kandzi
Stickvorlage für ein Nürnberger Tuch

 

 

Preis Vorlage: 19,00 Euro

 

Kreuze: 263/281
Größe in 16-Leinen: 33 mal 35 cm

 
 
Preis Packung: 89,00 Euro
 

Inhalt:
- Leinen weiß
- Seidengarn
- Nadel
- Anleitung

Wahlweise auch erhältlich in:
Leinen weiß, 16-fädig

bitte angeben

 
MMH 1707

Das hier als Kopie vorliegende Tuch stammt aus dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg (Inv. Nr. Gew 3882 g). Im Original hat es die Maße 34,5 mal 29,5 cm und ist auf das Jahr 1707 datiert. Im Zentrum des Tuches steht die Henkelvase mit fünf Blattstielen. Unten findet man nebeneinander gereiht den großen gekrönten Doppeladler, in dessen Krone Perlen eingestickt wurden, einen umfriedeten Baumgarten sowie einen hohen Springbrunnen, auf dessen vasenförmiger Mittelsäule ein Pfau sitzt. In der Mitte des Tuches ist ein Blütenkranz in Herzform um ein schnäbelndes Vogelpaar und ein Blumenmedaillon mit dem Monogramm MMH zu sehen. Seitlich folgt ein Baum, ein liegender Hirsch und der Kampf des Heiligen Georg mit dem Drachen, darüber zwei Felder, die zum einen ein Flammenmuster aufweisen zum anderen aus in feinen Abstufungen ausgestickten Quadraten bestehen. Solche so genannten Tapisseriemuster benötigte man als Vorlage zum Aussticken von Polstern oder Ähnlichem. Den oberen Abschluss des Tuches bilden von zwei Blumen eingerahmt mehrere Zeilen mit dem Alphabet, den Zahlen 1 bis 10 und vier verschiedene Borten. Das Tuch stammt aus Nürnberger Familienbesitz, ist also eindeutig dem süddeutschen Raum und ganz konkret der Stadt Nürnberg als Entstehungsort zuzuschreiben (Vgl. Leonie von Wilckens: Allerley Figuren, Blumen und Muster, in: Kunst und Antiquitäten 5, 1983, S. 50 und 51)

Sowohl das Herz mit den schnäbelnden Vögeln als auch die Kartusche mit den Initialen der Stickerin sind auf dem Originaltuch nur über einen Faden gestickt. Außerdem ist das Original nicht auf fadengleichem Leinen gestickt. Beides verzerrt die Proportionen der einzelnen Motive. Um die Motive in ihrer ganzen Schönheit wirken zu lassen und um der heutigen Stickerin entgegenzukommen, habe ich alle Kreuzstiche über zwei Fäden gestickt, was das Sticken sehr erleichtert. Aus Platzgründen mussten daher einzelne Motive ein wenig verschoben werden. Das hat den Gesamteindruck des Tuches aber nicht verändert.

Mein herzlicher Dank gilt den Mitarbeitern der Germanischen Nationalmuseums Nürnberg, die Fotomaterial für dieses Projekt zur Verfügung gestellt haben.

 © Ute Scheer 2007